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Westfalen-Blatt
Donnerstag, 17. August 2000
Die Ölbilder von Norman Gebauer tragen
eine individuelle Handschrift
Inspiration
am Prenzlauer Berg
Von Carsten Borgmeier
Kreis Gütersloh/Berlin (WB). Wer als
freischaffender Künstler leben will, muss Glück haben und
geduldig sein. Es ist ein harter, steiniger Weg, irgendwann
von seinen Werken existieren zu können. Der gelernte Steinbildhauer
Normann Gebauer (41) aus Wiedenbrück ist nach vielen Jahren
»Durststrecke« zu einem renommierten Künstler avanciert.
Gebauer lebt und arbeitet seit vier Jahren in Berlin und
präsentiert seine Malereien und Graphiken in vielen Ländern
Europas. Im Herbst 2000 sowie im Frühjahr 2001 plant Gebauer
Ausstellungen in Versmold und Gütersloh.
Viele renommierte Tageszeitungen Deutschlands
widmeten dem Wiedenbrücker bereits umfangreiche Artikel
und Kritiken. Alle Rezensenten attestieren Gebauer eine
individuelle, künstlerische Handschrift, die alle seine
Bilder tragen. Nach handwerklichen Ausbildungen zum Möbeltischler
und Steinbildhauer besuchte er zwischen 1985 und 1995 die
Kunstakademien in Florenz, Düsseldorf, Mailand und München.
Vor sechs Jahren erhielt Gebauer den 1. Preis der Nationalen
Grafikausstellung in Bergamo, 1995 wurde ihm ein Erasmus-Stipendium
der Akademie der Bildenden Künste München zuerkannt. 1998
folgte ein weiteres Stipendium, und zwar von der Aldegrever
Gesellschaft aus Leipzig. Im vergangenen Jahr wurde Gebauer
mit dem Internationalen Grafikpreis des Maes Museums Brasilien
ausgezeichnet.
Wer Lust hat, sich auf das Spiel mit
Farben, Linien und Formen einzulassen, ist bei Gebauer genau
an der richtigen Adresse. Schwerpunktmäßig bestehen seine
Werke aus singulären Figuren, die im Bildraum keine festgelegten
Positionen zu haben scheinen. Die Figur ist Anfang und Ende,
ist da und verschwindet, wird nie real und ist doch immer
präsent. Die Körper schweben auf der großformatigen Leinwand,
ein Woher oder Wohin gibt es nicht.
In seinem Atelier am Prenzlauer Berg
in Berlin findet der Künstler alle Möglichkeiten, professionell
zu arbeiten. Die pulsierende Atmosphäre in Deutschlands
Hauptstadt fasziniert und inspiriert Norman Gebauer gleichermaßen.
Doch seine alte Heimat hat er nicht vergessen. Erst im vergangenen
Jahr reiste Gebauer mit der Gütersloher Partnerschaftsdelegation
nach Graudenz in Polen, um dort gemeinsam mit dem Marienfelder
Glaskünstler anlässlich der zehnjährigen Städtepartnerschaft
zwischen Graudenz und Gütersloh auszustellen. Gebauer ist
ein Maler, der, wie er sagt, "erst richtig heiß" werden
muss, um Bilder zu erstellen. Vielleicht ist es daher auch
interessant, Norman Gebauer mal bei der Arbeit über die
Schulter zu schauen. Doch Vorsicht: Ölfarben gehen ganz
schlecht aus der Kleidung.
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